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Alle Ihre Fragen zu Schuck- und Schluckstörungen und Oralität
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu Schuckstörungen, restriktiven Bändchen und Oralität.
Ein restriktives Zungenband, auch Ankyloglossie genannt, ist eine angeborene Erkrankung, bei der das Zungenbändchen (Membran unter der Zunge) zu kurz, zu dick oder zu weit vorne liegt. Dies schränkt die Zungenbeweglichkeit ein und kann zu Stillschwierigkeiten, Oralitätsstörungen und Sprachproblemen führen.
Das Bändchen kann sichtbar (vorderes Bändchen) oder unter der Schleimhaut verborgen sein (hinteres Bändchen).
Mehrere Anzeichen können auf ein restriktives Zungenband hinweisen:
Eine Beurteilung durch eine ausgebildete Fachkraft (IBCLC-Beraterin, pädiatrische Osteopathin, spezialisierte Hebamme) wird zur Diagnosebestätigung empfohlen.
Nein, Stillen sollte nach den ersten Tagen nicht mehr schmerzhaft sein. Anhaltende Brustwarzen-Schmerzen, Risse, Blutungen oder ein Kneifgefühl können auf ein Anlegeproblem hinweisen, das häufig durch ein restriktives Zungen- oder Lippenbändchen verursacht wird.
Es ist wichtig, rasch eine IBCLC-Stillberaterin oder eine ausgebildete Hebamme zu konsultieren. Leiden Sie nicht still — Hilfe ist verfügbar und kann Ihr Stillerlebnis verändern.
Ja, Sie können nicht nur nach einer Frenektomie stillen, sondern es wird sogar empfohlen! Das Baby sofort nach dem Eingriff anzulegen hat mehrere Vorteile:
Die ersten Tage kann das Stillen für das Baby leicht ungewohnt sein, da es seine neue Zungenbeweglichkeit entdeckt, aber die Verbesserung ist oft rasch.
Die Frenektomie ist ein einfacher und schneller Eingriff, bei dem das restriktive Zungen- oder Lippenbändchen durchgeschnitten wird, um die Beweglichkeit zu befreien. Er kann durchgeführt werden:
Der Eingriff dauert einige Sekunden bis Minuten und wird von einem ausgebildeten Zahnarzt oder HNO-Arzt durchgeführt. Bei Neugeborenen reicht in der Regel eine Lokalanästhesie.
Nach dem Eingriff sind Dehnübungen 2-3 Wochen lang notwendig, um ein Wiederverkleben zu verhindern.
Ja, die Dehnübungen nach einer Frenektomie sind unerlässlich, um zu verhindern, dass das Bändchen wieder verwächst (Adhärenzen).
Die Fachkraft zeigt Ihnen die genauen Gesten: Zungenstrecken nach oben und zur Seite, Massieren der Wunde.
Diese Übungen müssen 4 bis 6 Mal täglich 2 bis 3 Wochen lang durchgeführt werden. Obwohl für das Baby unangenehm (einige Sekunden Weinen), sind sie notwendig, um den Erfolg des Eingriffs zu sichern.
Eine Frenektomie kann in jedem Alter durchgeführt werden, ab den ersten Lebenstagen wenn nötig:
Es gibt keine obere Altersgrenze, aber je früher, desto einfacher und schneller.
Unser Verzeichnis listet spezialisierte Fachkräfte in allen Westschweizer Kantonen:
Die Behandlung von Schuckstörungen erfordert oft einen interdisziplinären Ansatz:
Diese Fachkräfte arbeiten zusammen für eine umfassende Behandlung.
Die Tarife variieren je nach Fachkraft und Kanton:
Fragen Sie immer bei Ihrer Krankenkasse nach und verlangen Sie vor der Konsultation einen Kostenvoranschlag.
Das Ablehnen von Stücken, ausgeprägte Würgereize, orale Überempfindlichkeit und sehr lange Mahlzeiten können auf Oralitätsstörungen hinweisen.
Eine auf kindliche Oralität spezialisierte Logopädin kann Ihr Kind beurteilen und angepasste Übungen zur orofazialen Stimulation vorschlagen. Ein schrittweiser Ansatz mit Desensibilisierung und Spielen rund ums Essen hilft dem Kind, verschiedene Konsistenzen zu akzeptieren.
Es kann manchmal nützlich sein, auch eine Osteopathin zu konsultieren, um Spannungen im Bereich des Kiefers und des Schädels zu überprüfen. Zwingen Sie Ihr Kind nie — ein wohlwollender und geduldiger Ansatz ist wesentlich.
Ein restriktives Zungenband korrigiert sich nicht spontan mit der Zeit.
Wann eine Frenektomie erwägen:
Es ist nicht immer dringend: Manche Mütter kompensieren und stillen trotz des Bändchens weiter. Das Wichtige ist, gut informiert und von ausgebildeten Fachkräften begleitet zu werden. Die endgültige Entscheidung liegt bei Ihnen.
Leider sind nicht alle Gesundheitsfachleute in Bezug auf restriktive Bändchen und ihre Auswirkungen auf das Stillen und die Oralität ausgebildet.
Wenn Sie Schmerzen haben, das Stillen schwierig ist oder Ihr Baby nicht gut zunimmt, vertrauen Sie Ihrem Elterninstinkt.
Konsultieren Sie eine spezialisierte und ausgebildete Fachkraft: IBCLC-Beraterin, pädiatrische Osteopathin, Hebamme oder auf Bändchen spezialisierte Zahnärztin. Eine Zweitmeinung ist immer möglich und wird empfohlen, wenn etwas nicht stimmt.
Die Verbesserung variiert je nach Fall:
Manche Babys brauchen eine Nachsorge in Osteopathie oder mit einer IBCLC für eine optimale Saugfunktion. Bei keiner Verbesserung nach 3-4 Wochen erneut konsultieren.
Die Frenektomie ist ein sehr sicherer Eingriff mit wenig Komplikationen. Die Risiken sind minimal:
Schwerwiegende Komplikationen sind sehr selten, wenn der Eingriff von einer ausgebildeten Fachkraft durchgeführt wird. Der Nutzen überwiegt die minimalen Risiken bei weitem.
Zögern Sie nicht, eine Fachkraft aus unserem Netzwerk in Ihrem Kanton zu kontaktieren.
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